Johann Jakob Wick (1522 –1588) sammelte unermüdlich, zwischen 1560 und 1587 kam so eine 25 Bücher umfassende Chronik seiner Zeit zusammen. Die Bände der später „Wickiana“ genannten Sammlung kombinieren handschriftliche Aufzeichnungen mit nahezu 900 Druckschriften, insgesamt 13 000 Seiten. Wick selbst bezeichnete seine Jahr für Jahr zusammengestellten Bände als „Historien“ oder als „Wunderbücher“ und beschrieb ihren Inhalt mit „Nüwe zyttungen[,] Wunder vnd Zeichen“.
Tatsächlich bilden Berichte über ungewöhnliche Naturerscheinungen das Zentrum der Geschichtsschreibung Wicks. Dabei stiftete die theologische Wunderzeichendeutung einen kausalen Zusammenhang zwischen menschlichen Sünden, Gottes gnädiger Ankündigung ihrer Bestrafung durch Vorzeichen, Abwendungspraktiken wie der stets ratsamen Buße und katastrophalen Ereignissen, die als gerechte Strafe aufgefasst wurden. Nachrichten über Verbrechen und andere moralische Vergehen, über Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Epidemien und über ihre Bewältigung ließen sich in dieses Deutungsschema einordnen. Diese Flexibilität erklärt die enorme Vielfalt der von Wick zusammengetragenen Geschichten. …
Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 1/2016.
Dr. Franz Mauelshagen




