Offiziell erkranken in Deutschland jährlich etwa 400 000 Menschen an Krebs. Doch Rechtsmediziner der Universität Hamburg glauben, dass diese Zahl deutlich untertrieben ist. Eigene stichprobenartige Autopsie-Untersuchungen ergaben, dass etwa ein Viertel aller Tumore unerkannt bleiben, weil die Patienten an einer anderen Krankheit gestorben sind. Auch die für Gesundheitspolitik und Medizin wichtigen Zahlen aus den Krebsregistern entsprechen offenbar kaum der Realität: So waren dort von über 500 Tumoren, die die Rechtsmediziner bei Obduktionen entdeckten, nur 58 zu Lebzeiten des Patienten bekannt. Bei immerhin der Hälfte dieser Patienten war der Krebs die Todesursache. In den offiziellen Statistiken tauchen die Tumore nicht auf, weil sie an kein Krebsregister gemeldet wurden.





