Typischerweise umfasst er nur einen kurzen Abschnitt eines Musikstücks, der besonders eingängig und daher leicht wiederzuerkennen ist. Dass ein solcher Ohrwurm quasi in Dauerschleife in unserem Kopf läuft, hat viel mit den Mechanismen unseres Gedächtnisses zu tun. Denn gerade Musik prägt sich tief ein, verbindet sie doch Rhythmus, Wiederholung und Emotionen – drei Faktoren, auf die unser Gehirn besonders sensibel reagiert. Je einfacher eine solche Melodie ist, desto leichter speichert das Gehirn sie ab. Kurze, wiederholte Tonfolgen – wie bei Kinderliedern oder Pop-Refrains – sind daher besonders ohrwurmtauglich. Aber auch Songs, mit denen wir etwas Positives verbinden, etwa ein Urlaubslied oder der Hit des letzten Jazzkonzerts, lassen uns manchmal nicht los. Besonders gerne schwirren Ohrwürmer in unserem Kopf herum, wenn wir geistig unterfordert sind, etwa beim Duschen, Autofahren oder Warten an der Ampel. Unser Gehirn sucht dann automatisch nach Beschäftigung und füllt die Stille eben mit den bekannten Klängen.





