In seinem flott geschriebenen Buch lässt Noack Kindheit und Jugend in Lübeck, das Exil in Norwegen und Schweden, Brandts Zeit als Berlins Regierender Bürgermeister, als Außenminister, Kanzler und SPD-Vorsitzender Revue passieren und charakterisiert den Politiker als „Mann der immer neuen Anfänge“. Besonders betont Noack das hohe politische Renommee des Friedensnobelpreisträgers vor allem im Ausland. Allerdings habe Brandt bis zuletzt mit seinem Rücktritt als Kanzler wegen der Guillaume-Affäre gehadert, hinter der er eine Intrige seines Parteikollegen Herbert Wehner vermutete. Noack gelingt eine lesenswerte Biographie, doch eine Jahrhundertschau ist sie nicht, dafür ist sie zu stark allein auf ihren Protagonisten fokussiert.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




