Anders betreut das Wiederansiedlungsprojekt der Luchse im Nationalpark Harz als wissenschaftlicher Leiter bereits von Anfang an. Seit 2000 wurden dort 24 Luchse ausgewildert. Mittlerweile wächst die Population mit neuen Jungtieren in jeder Saison. Dank weiterer Ansiedlungsprojekte leben in ganz Deutschland inzwischen schätzungsweise 200 Tiere. Um das eigenständige Überleben der Raubkatze zu sichern, reicht das laut Anders allerdings noch nicht. Die rund 200 Luchse teilen sich auf drei voneinander isolierte Populationen auf: Im Harz, in Bayern und im Pfälzerwald. Die Wanderung zwischen den Revieren gestaltet sich schwierig, da die einzelnen Verbreitungsgebiete zu weit voneinander entfernt und durch Städte, Straßen und Landwirtschaftsflächen getrennt sind. Die genetische Vernetzung der Populationen ist eine der großen Aufgaben des Luchsprojekts im Harz.
Doch sie ist nicht die einzige Herausforderung, vor der Anders und sein Team stehen. Denn nicht überall stößt die Rückkehr der Luchse auf Freude. Viele Landwirte und Jäger sehen den Luchs vor allem als Jagdkonkurrenten und Bedrohung für Nutztiere. Für Anders gilt allerdings: Auch unbequeme Arten sind Teil unseres Naturerbes. „Dem Luchs sehen wir momentan in Europa bei seinem zweiten Aussterben zu. Wir haben die Verantwortung, das zu verhindern“, sagt Anders. Im Interview mit natur berichtet er darüber, wie es ihm gelungen ist, dass das Luchsprojekt im Harz inzwischen von Jagdverbänden mitgetragen wird.
Ole Anders, Nationalpark Harz
Harz-Luchse: Die Rückkehr der Raubkatzen






