Wurde eine Melodie für improvisiert gehalten, unabhängig davon, ob die Melodie tatsächlich improvisiert wurde, war ein Netzwerk, das an der inneren Simulation von Handlungen beteiligt ist, besonders aktiv. Dazu gehörten das frontale Operkulum, das prä-supplementär motorische Areal und die anteriore Inselrinde.
“Im Gehirn werden während der Wahrnehmung einer Handlung oft ähnliche Gebiete aktiv wie bei deren eigener Ausführung”, sagt Annerose Engel. “Das hilft uns, das Verhalten anderer Menschen einzuschätzen und schnell eine Erwartungshaltung darüber zu formen, was diese als nächstes tun könnten.” Wenn eine Melodie als schwer vorhersagbar wahrgenommen wird, z.B. aufgrund der gehörten Schwankungen in der Lautstärke und Rhythmik, löst das möglicherweise verstärkte Aktivität in diesem spezialisierten Netzwerk aus.
Mit diesen Hirnvorgängen hängt möglicherweise eine weitere Beobachtung der Forscher zusammen: Für das korrekte Erkennen von Spontanität spielte nicht nur die musikalische Erfahrung der Pianisten eine Rolle, sondern auch ihr Einfühlungsvermögen. Diejenigen Teilnehmer, die häufiger mit anderen Kollegen in Bands musizierten und in einem Fragebogen angegeben hatten, dass sie oft versuchen, sich in andere Menschen hinein zu versetzen, konnten am besten improvisierte von geübten Melodien unterscheiden.





