Wenn Biologen oder Paläontologen auf die Ernährung einer Tierart schließen wollen, genügt oft schon ein Blick aufs Gebiss: Lange Schneidezähne sind typisch für Nagetiere, Reißzähne deuten auf Raubtiere hin und breite Backenzähne legen nahe, dass das jeweilige Tier üblicherweise Pflanzenmaterial zerkaut. Um die Wachstumsmuster der Backenzähne im Unterkiefer zu beschreiben, nutzen Wissenschaftler oft das sogenannte „Inhibitory Cascade Model“, kurz ICM. Diesem Modell zufolge bestimmen die vorderen Backenzähne das Wachstum aller weiteren. Ist der vorderste Backenzahn groß, werden Hemmstoffe ausgeschüttet, die die folgenden Backenzähne kleiner halten. Bei einem kleinen ersten Backenzahn dagegen wird das Wachstum der folgenden Zähne weniger gehemmt. Als Faustregel gilt: Bei Fleischfressern nimmt die Größe der Backenzähne vom ersten bis zum dritten ab, bei Pflanzenfressern ist es genau umgekehrt.





