Flugzeuge gelten als potenzielle Ziele für Terroristen und andere Angreifer, daher werden sie besonders geschützt: Passagiere und Fracht werden auf Sprengsätze und andere gefährliche Objekte hin durchleuchtet und die elektronischen Systeme des Flugzeugs sind gegenüber Zugriffen aus dem Passagierbereich abgeschirmt. Auch der Zugang zum Flugfeld und den dort stehenden Flugzeugen ist beschränkt – eigentlich.
Doch die Realität sieht oft anders aus: In den USA gab es allein im Jahr 2015 mehr als 2500 Fälle von unautorisiertem Zugang zum Flugfeld, zu Hangars oder Flugzeugen, wie Sam Crow von der University of California in San Diego und seine Kollegen berichten. „Auch zahlreiche blinde Passagiere widerlegen die Annahme, dass die Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen einen solchen Zugang verhindern.“ Hinzu kommt, dass Jobs beim Catering, der Reinigung oder Gepäckverladung oft leicht zu bekommen sind.
Ungesicherte Wartungsklappe bietet Zugang zu Datenleitungen
„Wir haben daher eine neue Art der Bedrohung für die Luftfahrt-Cybersicherheit untersucht – eine Attacke, für die ein Angreifer nur kurz physischen Zugang zum Flugzeug benötigt“, berichten Crow und sein Team. Sie entwickelten und konstruierten dafür ein kleines, programmierbares Hardware-Implantat, das sich innerhalb von nur 60 Sekunden in eine Wartungsschnittstelle einer Boeing 737 oder eines anderen gängigen Flugzeugtyps einsetzen lässt. Die Schnittstelle liegt in einem unverschlossenen Elektronikschacht unter der Flugzeugnase.
Das Problem: In diesem ungesicherten Wartungszugang verlaufen Datenleitungen, die den Flugcomputer, der unter anderem die Flugroute für den Autopiloten, die Trimmung des Flugzeugs und weitere Daten kontrolliert, mit dem Display und Steuerelement des Piloten im Cockpit verbinden. Dockt man das kleine Hacking-Gerät an eine offene Schnittstelle dieser Datenleitungen an, bekommt man Zugriff.

Die Hacking-Hardware ist nicht größer als ein Kameraobjektiv. Wird sie in die Wartungsschnittstelle unter der Flugzeugnase eingesetzt, kann sie die Displays im Cockpit (links) manipulieren, aber auch den Flugcomputer (rechts ein ausgebautes Modell im Labor). — © University of California San Diego





