Mit dem Klimawandel und der Erderwärmung werden Wetterextreme und Naturkatastrophen wahrscheinlicher. Auch Wald- und Buschbrände werden immer häufiger und intensiver. Das gilt nicht nur für die ohnehin waldbrandanfälligen Regionen am Mittelmeer oder im Westen der USA, sondern auch in der Arktis und sogar bei uns in Mitteleuropa. Die Feuer lodern inzwischen über einen längeren Zeitraum und zerstören größere Flächen. Dieser Zusammenhang ist durch wissenschaftliche Studien gut belegt. Doch beeinflussen Waldbrände umgekehrt auch das Wetter und das Klima?

Wie war das Wetter an Feuertagen?
Dieser Frage ist nun ein Team um James Gomez von der University of California in Riverside nachgegangen. „Ich wollte wissen, wie das Wetter durch Aerosole beeinflusst wird, die bei Waldbränden freigesetzt werden“, sagt Gomez. Um das herauszufinden, analysierten die Forschenden Messdaten verschiedener Satelliten aus den Jahren 2003 bis 2022. Dabei konzentrierten sie sich auf die Feuermonate Juni bis Oktober in Kalifornien und Nevada und prüften, wie viele Emissionen an Rauch und Ruß jeweils freigesetzt wurden und wann die Feuer ihr Maximum erreicht hatten. Insbesondere verglichen Gomez und sein Team jene Tage, an denen das Wetter eher kalt und nass war, weil dann mögliche Feuereffekte besonders gut erkennbar sind.
Die Auswertung ergab, dass die Tage, an denen Waldbrände loderten, wärmer und trockener waren als sonst. Im Durchschnitt stieg die Temperatur durch die Feuer um ein Grad. Zudem traten an Feuertagen weniger Wolken auf. Die großen Brände veränderten demnach tatsächlich das Wetter, wie die Forschenden schließen. Diese Wetterlage begünstige wiederum weitere Feuer. „Es scheint, dass diese Brände ihr eigenes Feuerwetter erzeugen“, sagt Gomez. Je mehr Emissionen dabei freigesetzt wurden, desto größer war der Wettereffekt, wie die Daten ebenfalls ergaben.
Kettenreaktion begünstigt weitere Feuer
Die Forschenden vermuten, dass der ausgestoßene Ruß das Sonnenlicht und damit Hitze absorbiert, so dass die lokale Atmosphäre wärmer wird. „Da Ruß und die darin enthaltenen Kohlenstoffaerosole sehr dunkel sind, absorbiert der Rauch von Waldbänden das Sonnenlicht leichter als helle oder reflektierende Aerosole“, erklärt Gomez. Infolgedessen wird die Atmosphäre zudem trockener, wodurch wiederum weniger Wolken entstehen, die die Sonne abschirmen und die Luft abkühlen könnten. Auch die Wahrscheinlichkeit für Regen sinkt dann und verschärft wiederum die Trockenheit.





