Ein Thema aus dem Fachbereich der Neurobiologie
Glück wird als Wohlgefühl gespeichert oder vielmehr fest verankert mit dem Auslöser – dem Glücksspiel. Schnell hat sich das Gehirn so gemerkt: Durch das Glücksspiel geht es mir gut, ich verspüre ein Glücksgefühl und ich will immer mehr von diesem Gefühl haben. Der wache Leser erkennt spätestens an dieser Stelle eine erste Parallele zum klassischen Suchtverhalten. Hat sich diese Erfahrung in das Gehirn eines Menschen geschrieben, wie auf eine Festplatte im Computer, ist es schwer, diesen Eindruck wieder rückgängig zu machen. Eine Delete-Taste gibt es beim menschlichen Gehirn nämlich nicht. Stattdessen wird dieser Prozess im Fachjargon als Konditionierung bezeichnet.
Das Prinzip der Konditionierung verbindet zwei Reize eng miteinander
Konditionierung bezeichnet die automatische Verbindung im Gehirn, die entsteht, obgleich die Ausgangsreize eigentlich gar nicht zusammenpassen. Das bekannteste Beispiel der Konditionierung ist der Hundeversuch des Erfinders Iwan Pawlow. Dieser entdeckte – nachdem er seine Hunde immer nach der Betätigung einer Glocke gefüttert hatte – dass die Tiere nicht erst beim Anblick des Futters zu sabbern begannen, sondern bereits nach dem Läuten der Glocke.
Einen ähnlichen Versuchsaufbau gab es auch bereits beim Menschen. Verquickt wurde dabei ein abstraktes Bild mit dem Duft von Vanille – und es hat funktioniert, wie hier nachzulesen ist. In der Folge ist es also möglich, für einen Glücksspielbetreiber sich buchstäblich ins Gehirn des Spielers zu fressen – mit einer Melodie, einer Farbe oder einem anderen Detail. Oft passiert diese Reizverquickung bereits beim Demo-Lauf, beim ersten Freispiel oder beim ersten gewährten Bonus.
Dopamin und Serotonin. So wirken die Glückshormone im Körper
Dopamin ist ein Neutransmitter, ein Botenstoff, der häufig mit Serotonin und Noradrenalin in einem Atemzug genannt wird. Ganz egal ob dem Körper ein Mangel an Dopamin widerfährt oder ein Dopamin-Hoch, wie etwa beim Glücksspiel, – immer folgt einer Ausschüttung von Dopamin eine Konsequenz von Körper, Geist und Seele. Folgen kann die Ausschüttung von Dopamin in zahlreicher Form haben. Wichtig für die Betreiber von Online-Casinos ist aber vor allem eine Folge: die Förderung des Glücksgefühls. Da der Botenstoff Dopamin auch in engem Zusammenhang mit den Lernprozessen im menschlichen Gehirn steht, ist das Risiko, eine Sucht heraufzubeschwören, an dieser Stelle erhöht.





