Das Rätsel um das Assam-Jahrhundertbeben, das 1897 große Teile Nordost-Indiens dem Erdboden gleich machte und Tausende von Menschenleben forderte, scheint gelöst: Wie Geologen in der Fachzeitschrift Nature berichten, waren unter dem indischen Subkontinent zwei Gräben gleichzeitig in Bewegung gekommen und hatten das Beben mit einer geschätzten Stärke von 8.1 ausgelöst.
Roger Bilham von der University of Colorado in Boulder und Philip England von der Oxford University erklären: “Die Beschleunigung vom Epizentrum des Bebens, das etwa 16 Kilometer unter der Erde lag, war so stark, dass riesige Steine und auch Menschen in die Luft geschleudert wurden.” Allein das so genannte Shillong-Plateau sei innerhalb von nur drei Sekunden um 15 Meter angestiegen.
Es sei die erste quantitative Analyse dieser Art von “Aufwärts”-Beben. Die Forscher hatten per Computer mehrere Grabensysteme modelliert, bis sie den Graben entdeckten, der zur Deformation des Shillong-Plateaus geführt haben musste. Bislang wusste niemand genau, was damals eigentlich passiert war.
Frieder Graef





