Einen Anerkennungsschub für die alternative Medizin erwartet Dr. Klaus-Peter Schlebusch, 53, Leiter des „Zentrums zur Dokumentation für Naturheilverfahren”, von der Messe „Salveo ’97” im Februar in Leipzig.
Die Situation wirkt paradox: Schulmediziner schneiden Krebsgeschwüre aus dem offenen Gehirn, verpflanzen Herz und Leber und versuchen, Krankheiten an ihrer genetischen Wurzel zu therapieren. Aber immer mehr Menschen wenden sich den “sanften” Verfahren zu, setzen ihre Hoffnung auf Homöopathie, Akupunktur und Heilpflanzen. “Es wären noch mehr”, ist Schlebusch überzeugt, “wenn die Krankenkassen die Kosten für alternative Verfahren genauso erstatten würden wie für konventionelle”.
Der Arzt wendet sich vor allem gegen die “Anti”-Medizin: “Statt nach den Ursachen einer Krankheit zu suchen, unterdrückt die Schulmedizin oft nur die Symptome mit Antibiotika, Antidepressiva, Antirheumatika und anderen ,Antis`.”
Den Mangel an wissenschaftlichen Daten zur Wirksamkeit alternativer Therapieformen soll eine Studie mit chronisch Kranken beseitigen, an der sich seit 1994 fünf Betriebskrankenkassen in Essen und Oldenburg beteiligen. Schon nach der Zwischenauswertung zeichnet sich laut Schlebusch ab, daß die mit Naturheilverfahren behandelten Patienten seltener arbeitsunfähig sind als zuvor unter der konventionellen Therapie.
Vom 21. bis 23. Februar werden sich die Verfechter der alternativen Medizin auf der Leipziger Messe der Diskussion mit Patienten, Schulmedizinern und den Kassen stellen.





