Einfach jünger aussehen. Die 30 besten Tricks gegen das Altern.“ Dieses Motto, das unlängst auf dem Titelblatt einer großen Fernsehzeitschrift prangte, bedient eine Sehnsucht nach immerwährender Jugend, die so neu nicht ist. „Wenn doch die Jahre dieses Antlitz nie verwandeln würden, sollte sie auch das Alter der Sibylle von Cumae erreichen“, wünschte sich der römische Dichter Properz (um 47–2 v. Chr.; „Carmina“ 2, 2, 15 –16) für seine Geliebte, wohl wissend, dass ein solcher Wunsch zum Scheitern verurteilt war. Die Sibylle von Cumae vergaß, die vielen Lebensjahre, die ihr der göttliche Seher Apollon zu schenken bereit war, als Jugendjahre zu erbitten, und bezahlte ihren Wunsch mit der Hässlichkeit des Alters. Nur den Göttern war in der Antike ewige Jugend vorbehalten; Menschen hingegen waren der Alterung ausgesetzt, die stets mit dem Verlust der eroti‧schen Anziehungskraft gleichgesetzt wurde.
Wer im Alter noch erotische Abenteuer suchte, war gnadenlos dem Spott ausgesetzt. Der alternden Vetustilla bescheinigt Martial (38/41–102/104 n. Chr.; Martial, 3, 93), ebenfalls ein römischer Dichter, ziemlich bösartig: „Obwohl du dreihundert Konsuln erlebt hast, Vetustilla, / nur noch drei Haare besitzt und vier Zähne, / die Brust einer Grille, die Schenkel und den Teint einer Ameise hast / obwohl deine Stirn mehr Runzeln zeigt, als dein Gewand Falten hat, / und deine Brüste Spinnenweben gleichen, … wagst du es, der schon zweihundert starben, dich heiratslustig aufzuführen, / und suchst, verrückt wie du bist, einen Mann für deine Asche …“
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 02/2013.
Prof. Dr. Beate Wagner-Hasel





