Bilder von Gewalt und deren Folgen finden sich auch in dem Band des Fotohistorikers Anton Holzer. Straßenkämpfe in Berlin, die als Spuren nicht nur zerschossene Fensterscheiben hinterlassen, Aufständische, hinter Barrikaden verschanzt, Regierungstruppen mit dem Schild „Wer weitergeht wird erschossen“ und Freikorps-Verbände, die mit einem auf einen LKW montierten Maschinengewehr posieren, der Trauermarsch anlässlich der Beisetzung von Karl Liebknecht und schließlich die Gefangennahme von Revolutionären in München.
Weitere eindrückliche Aufnahmen beziehen sich auf die Abdankung des Kaisers, die Ausrufung der Republik, die erste Wahl, aber auch die Versehrten des Krieges. Die Fotografien, die zum großen Teil aus dem Bundesarchiv stammen, werden ergänzt durch zeitgenössische Tagebuchaufzeichnungen von Käthe Kollwitz über Harry Graf Kessler bis Sebastian Haffner. Sie erkennen hellsichtig, dass die blutige Niederschlagung der Revolution neue Probleme gebären wird.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Anton Holzer (Hrsg.)
Krieg nach dem Krieg
Revolution und Umbruch 1918/19
Konrad Theiss Verlag, Darmstadt 2017, 192 Seiten, € 39,95
Rosa Luxemburg
Mensch sein ist vor allem die Hauptsache
Gedanken einer Revolutionärin
Marix Verlag, Wiesbaden 2018, 190 Seiten, € 6,–





