Heinrich Appel aus Süderbrarup, einem winzigen Dorf an der deutsch-dänischen Grenze, war es leid. Schon lange fehlten ihm beim Einkauf die notwendigen Münzen. Appel, von Haus aus Drucker, griff zur Selbsthilfe: Ende 1920 druckte er erstmals seine eigenen Geldscheine im Nennwert von einer Mark. Keck verkündete er darauf: „Ich, Heinrich Appel, gebe dies Notgeld heraus, um dem Kleingeldmangel in meinem Hause abzuhelfen. In Gold und Silber erfolgt die Einlösung, wenn dieses Metall wieder übliches Zahlungsmittel ist. Süderbrarup, 31. Dezember 1920.“
Appel war vorsichtig oder auch nur humorvoll genug, auf der Rückseite seines Scheins ausreichend Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Geldemission zu streuen: „Die Umlauffrist ist unbeschränkt. Der Ablauf derselben wird 24 Stunden vorher durch Ausklingeln auf dem Marktplatz von Süderbrarup bekannt gegeben. Am sichersten nimmt man das Geld gar nicht erst an, da außer meinem ehrlichen Gesicht, siehe Schutzmarke, jede Deckung fehlt. Jede Nachahmung ist eine Gemeinheit. Über eine Million wird nicht ausgegeben.“
Die Geldemission des Norddeutschen sollte gleichwohl Schule machen – in der nächsten Umgebung. …
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