Puzzle mochte Mary Manheim (55) schon als Kind. Heute ist es ihr Beruf: Sie fügt zerbrochene Hüftknochen und gespaltene Schädel zusammen, um das Geheimnis der Gebeine zu lüften. Seit 15 Jahren leitet sie die gerichtsmedizinische Anthropologie der Louisiana State University in Baton Rouge. Wenn Pathologen mit stark verwesten Leichen nichts mehr anfangen können, muß Mary Manheim ran. Aus den Knochen liest sie Alter, Größe, Geschlecht und Rasse des Opfers und ermittelt Ursache und Zeitpunkt des Todes. Die Puzzle-Teile muß sie häufig selbst bergen – aus Flüssen, Gräbern oder Gärten. Spezialisiert in „Altersprogression” erstellt Mary Manhein zudem aktuelle Phantombilder vermißter Personen anhand von früheren Fotos oder modelliert Ton-Nachbildungen von stark verwesten Köpfen – die dann auf Plakaten oder Milchkartons veröffentlicht werden. Von 600 Fällen konnte Manheim 570 lösen und die Identität der Toten bestimmen. „ Damit verschaffe ich den Familien der Opfer ihren Seelenfrieden”, sagt die Wissenschaftlerin. Es gibt noch viel zu tun: In den USA werden 300000 Menschen vermißt.
Mary Manheim / Désirée Karge





