Das lästige Zucken hängt damit zusammen, dass unser Gehirn beim Übergang vom Wachen zum Schlafen Milliarden nervlicher Verknüpfungen auf den sich ändernden Zustand umstellen muss. Am Schlaf sind nämlich sämtliche Körpersysteme beteiligt: die Atmung, der Stoffwechsel, der Blutkreislauf, die Verdauung, das Nervensystem und natürlich die Muskulatur. Da kann man sich leicht vorstellen, welch hochkomplizierter Regelungsmechanismen es bedarf, all diese Systeme koordiniert, das heißt, aufeinander abgestimmt vom Wach- in den Ruhezustand umzuschalten, und dass es dabei leicht zu Unregelmäßigkeiten kommen kann. Das gilt besonders, wenn der Betroffene einen sehr stressigen Tag hinter sich hat oder wenn ihn irgendwelche Sorgen plagen.
Die kritische Phase ist die, bei der die für das Denken und Fühlen zuständigen Bezirke unseres Großhirns schon auf dem Weg in den Schlaf sind, während das die Bewegungen steuernde motorische System noch aktiv ist. Dann verändern sich die Gehirnwellen: Die schnellen des Tages gehen in die langsamen der Nacht über – das kann man tatsächlich messen. Und dabei kommt es manchmal zu Unregelmäßigkeiten und damit zu den lästigen Zuckungen. Die kommen übrigens nicht nur während des Einschlummerns vor, sondern auch mitten in der Nacht beim Übergang von einer in die andere Schlafphase. Sie können einen aufwecken, aber auch als Gefühl des Fallens Bestandteil eines Traumes werden.
Doch selbst, wenn man dabei heftig erschrickt, ist das Zusammenzucken im Grunde vollkommen harmlos. In den meisten Fällen treten dabei keinerlei Schmerzen auf, nur wenige Menschen berichten von Kribbelgefühlen oder einem unangenehmen Ziehen im Körper. Das Ganze betrifft Männer und Frauen gleichermaßen, wobei manche Menschen häufiger damit zu tun haben als andere. Auch Kinder, ja sogar Babys, bleiben nicht davon verschont. Insgesamt geht man davon aus, dass etwa drei Viertel der Menschen hin und wieder damit zu tun haben, jeder Zehnte sogar fast jeden Tag.
Halten diese Zuckungen allerdings die ganze Nacht lang an oder treten vielleicht schon auf, bevor man die Augen schließt, können sie ein Hinweis auf eine ernste neurologische Erkrankung sein, deren Ursache unbedingt ärztlich abgeklärt werden sollte. Bevor man sich jedoch dazu entschließt, ist es erst einmal sinnvoll, das eigene Einschlafen zu optimieren. Dazu gehört, dass man vor dem Zubettgehen keinen anstrengenden Sport treibt, weder Alkohol noch Koffein zu sich nimmt sowie störende Geräusche und Licht möglichst vermeidet. Und Yoga oder andere Entspannungstechniken zu erlernen und jeden Abend anzuwenden, kann gewiss auch nicht schaden.





