Wie bei Patienten mit schweren Schlafstörungen eine Mutation die „innere Uhr” der Körperzellen aus dem Takt bringt, haben Forscher der Berliner Charité-Klinik jetzt herausgefunden.
Diese innere Uhr wird unter anderem von den „PERIOD-Proteinen” gesteuert. Sie wandern im Laufe eines Tages durch die Zelle in den Zellkern und regulieren dort ihre Produktion und die anderer Tagesrhythmus-Faktoren. Durch diese Rückkopplung schwankt die Konzentration von PERIOD im Tagesverlauf sehr regelmäßig, was die Schlafbereitschaft und andere von der Tageszeit abhängige Funktionen wie Körpertemperatur oder Blutdruck steuert.
Patienten mit einem Familiären Advanced-Sleep-Phase-Syndrom (FASPS) fehlt im PERIOD-Protein der Baustein Serin. An dieser Stelle wird normalerweise ein Phosphat-Molekül angekoppelt, das ein Universalbaustein für viele Prozesse in der Zelle ist. Nur mit diesem biochemischen Trick übersteht ein PERIOD-Protein 24 Stunden problemlos, wie die Charité-Forscher herausfanden: Fehlt das Phosphat durch eine Gen-Mutation, wird das Protein zu rasch abgebaut. Die innere Uhr läuft dann zu schnell: Die Patienten sind bereits ab sechs Uhr morgens hellwach und aktiv, ermüden jedoch abends früh. Die neuen Einblicke in das innere Uhrwerk könnten helfen, Medikamente gegen Schlafstörungen zu entwickeln, aber auch gegen Jetlag-Symptome oder die Folgen von Schichtarbeit.





