Die Weltmeere werden durch die Zunahme des Treibhausgases Kohlendioxid in der Erdatmosphäre immer saurer. Das gefährdet Korallen und Plankton, mahnen britische Forscher. Bis Ende dieses Jahrhunderts könnte der pH-Wert des Meerwassers von 8,2 auf 7,7 sinken. Der pH-Wert steht für den Säuregrad des Wassers, wobei reines Wasser einen pH-Wert von 7 besitzt.
Das Kohlendioxid aus der Luft löst sich in Wasser und bildet dabei Kohlensäure, die die Organismen angreift. Seit der Industriellen Revolution gelangten rund 450 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre, zogen die Forscher Bilanz. Die Hälfte davon haben die Ozeane aufgenommen. “Wir habe keinerlei Chance, das Kohlendioxid wieder herauszubekommen. Die Natur allein würde dafür Tausende von Jahren benötigen”, sagt Studienleiter John Raven.
Jeder Kohlendioxidausstoß von Fahrzeugen, Heizungs- und Industrieanlagen findet sich zwangsläufig in den Weltmeeren wieder. Raven und sein Team fordern daher eine deutliche Reduktion der Emissionen. Diese müssten bis Ende des Jahrhunderts halbiert werden, erklärt der Wissenschaftler ? ein Ziel, das selbst die im Kyoto-Klimaprotokoll geforderten Vorgaben weit übersteigt. Darin ist nur eine Reduktion der Treibhausgasemissionen für die Industrieländer bis zum Jahr 2012 um fünf Prozent gegenüber 1990 vorgesehen.
Drastische Einschnitte bei den Emissionen seien die einzige reale Möglichkeit, der Versauerung der Weltmeere entgegenzuwirken. Theoretisch könnte die Versauerung durch Zugabe von Kalk zwar rückgängig gemacht werden. Doch dazu wären riesige Mengen Kalkstein nötig.
John Raven (Universität Dundee) et al.; Nature-Onlinedienst (doi 10.1038/news050627-14)
ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer





