Die eingehende Befragung der 62-Jährigen führt die Ärzte zur richtigen Diagnose. Denn die Frau gibt an, kurz vor dem dramatischen Vorfall die Nachricht bekommen zu haben, ihre Tochter sei in einen Verkehrsunfall verwickelt worden. Die dadurch massiv ausgeschütteten Stresshormone – ihr Blutspiegel kann im Vergleich zu Gesunden bis zu 30-mal höher sein – haben das Herz massiv in Mitleidenschaft gezogen. Die Patientin leidet am sogenannten Broken-Heart-Syndrom. Die Krankheit wurde erst in den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts erkannt, und ihre japanischen Entdecker nannten sie „Takotsubo-Syndrom“; nach einer bekannten Tintenfischfalle, der das betroffene, aufgeblähte Herz ähnelt. Medizinisch korrekt ist die Bezeichnung Takotsubo- oder Broken-Heart-Kardiomyopathie, also Herzmuskel-Erkrankung.





