Falls Sie jetzt nicht wissen, wer das ist, ist das nicht so schlimm. Sie sollten sich zwar ein kleines bisschen schämen, weil Fred Hoyle schon ziemlich beeindruckende Sachen gemacht hat, wie Sie gleich erfahren werden. Aber wenn Sie diesen Artikel zu Ende lesen, ist diese Wissenslücke hoffentlich dauerhaft geschlossen. Also: Wer war Fred Hoyle? Er war ein Astronom aus England, aber das allein ist noch nicht das Beeindruckende (obwohl es schon ziemlich beeindruckend ist, Astronom zu sein, sage zumindest ich als Astronom).
Im Laufe seiner Karriere hat Fred Hoyle zu vielfältigen Themen geforscht, aber das, wofür ihm die Wissenschaft heute noch dankbar ist, ist eine Arbeit, die er gemeinsam mit Margaret und Geoffrey Burbidge und William A. Fowler in den 1950er-Jahren veröffentlicht hat. Sie trägt den Titel „Synthese der Elemente in Sternen“, und darin geht es zwar weder um Viren noch um Schnupfen, aber keine Sorge, wir haben nicht vergessen, dass das unser Thema ist.
Die Arbeit von Hoyle und Co ist jedenfalls die Antwort auf die Frage: „Wo kommt eigentlich das ganze Zeug im Universum her?“ Man war sich damals schon ziemlich sicher, dass es einen Urknall gegeben hat und dass dabei Wasserstoff und Helium entstanden sind. Allerdings nur Wasserstoff und Helium. Alles, was kein Wasserstoff und Helium ist – und das ist jede Menge –, muss irgendwo anders hergekommen sein.
Der einzige sinnvolle Ort für die Produktion all dieser anderen Grundstoffe des Universums ist das Innere von Sternen. Dort können Atome miteinander fusionieren, wodurch neue Elemente entstehen. Nur wusste noch niemand, wie genau das abläuft, welche Prozesse die Atome erzeugen, in welchen Sternen das funktioniert und was für Mengen dabei entstehen. Genau das haben Burbidge, Burbidge, Fowler und Hoyle in ihrer Arbeit ausführlich erklärt, und weil das so ein revolutionärer Meilenstein in der Astronomie war, hat dieser Fachartikel als einer von nur ganz wenigen in der Wissenschaft einen eigenen Spitznamen bekommen. Nämlich „B2FH“, nach den Initialen der beteiligten Leute.
Blöder Big Bang
B2FH wäre eigentlich schon genug für eine ganze Forschungskarriere gewesen, aber Fred Hoyle hat sich noch mehr Gedanken gemacht: Wie bereits erwähnt, war man sich damals schon ziemlich sicher, dass es einen Urknall gegeben haben muss. Das war auch so, aber es gab ein paar Menschen in der Wissenschaft, die das anders gesehen haben. Einer davon war Fred Hoyle, und er fand die Idee eines Urknalls so blöd, dass er das Konzept in einer Radiosendung abwertend als „Big Bang“ bezeichnete. Obwohl es anders gemeint war, hat sich der Begriff durchgesetzt – ganz im Gegensatz zur Alternative, die Fred Hoyle mit seinen Kollegen vorgeschlagen hat. Sie haben sich ein Universum ausgedacht, das keinen Anfang hat und kein Ende.





