Folglich erscheint es zunächst sehr begrüßenswert, dass die Bundesregierung die deutsche Energiewirtschaft auf Wasserstoff umstellen möchte. Und nicht nur Deutschland hat in dieser Hinsicht große Pläne: Auch die USA, Großbritannien und die EU arbeiten an Strategien zum Ausbau von Wasserstoff-Technologien.
Doch ich denke, es ist an der Zeit, dass ich aufhöre, nett zu sein, und sage, wie idiotisch all diese Pläne aus meiner Sicht sind. Denn Wasserstoff ist nicht nur gefährlich – er muss unter hohem Druck gelagert werden, zersetzt Materialien, mit denen er in Berührung kommt, und ist dazu noch flüchtig und hochexplosiv –, sondern als Energiespeicher ist er auch noch bemerkenswert ineffizient.
Verlustreiche Umwandlungen
Der Grund für die Ineffizienz ist dabei grundlegende Physik: Energie kann nicht erzeugt oder vernichtet, sondern lediglich in andere Energieformen umgewandelt werden. Fossile Brennstoffe zum Beispiel enthalten Energie in chemischen Bindungen, und wir können sie verbrennen, um mechanische oder elektrische Energie zu erzeugen.
Doch jedes Mal, wenn man eine Energieform in eine andere umwandelt, geht ein Teil der nutzbaren Energie verloren: Es entstehen Verluste. Wenn man also Strom erzeugt, mit dem man dann Wasserstoff herstellt und damit anschließend wieder Strom produziert, sinkt der Wirkungsgrad auf etwa 30 Prozent. Zwar gibt es einige Quellen, die Wirkungsgrade von bis zu 40 Prozent versprechen, doch das scheint aus meiner Sicht wenig plausibel.
Das bedeutet, um beispielsweise eine Kilowattstunde Strom aus Wasserstoff nutzen zu können, müssen zuvor mindestens 3,3 Kilowattstunden Strom erzeugt worden sein. Folglich wird Strom aus Wasserstoff teuer sein. Und wenn er aus erneuerbaren Energien kommen soll, müssen dafür drei- bis viermal mehr Solar- und Windkraftanlagen errichtet werden als ohnehin schon – während der Strombedarf durch die Elektrifizierung des Verkehrs weiter ansteigen wird.
Auch ohne auf die konkreten Zahlen zu schauen, wird schnell deutlich, dass derartige Pläne nur mit massiver staatlicher Förderung umgesetzt werden können. Vonseiten der Politik bräuchte es daher eine umfassende und solide Wasserstoff-Strategie.
Dass es in der Praxis anders aussieht, zeigt sich jedoch beispielsweise an der bislang weltweit installierten Leistung zur Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien mittels Elektrolyseuren. Im vergangenen Jahr lag diese bei etwa 2,2 Gigawatt. Bis 2030 werden laut aktuellen Plänen aber über 400 Gigawatt angestrebt. Dafür müssten wir die installierte Leistung in den kommenden sechs Jahren also etwa um das 180-fache steigern.





