Intervallfasten liegt im Trend: Bei dieser speziellen Form des Fastens geht es darum, wieder längere Essenspausen in den Alltag zu integrieren. Zu diesem Zweck wird die Nahrungsaufnahme entweder täglich auf ein kleines Zeitfenster von acht Stunden beschränkt oder es werden mehrere Fastentage pro Woche eingeplant. Eine Variante davon ist das sogenannte alternierende Fasten. Dabei darben die Diäthaltenden 36 Stunden und ernähren sich nur von Gemüsebrühe, Wasser und ungesüßtem Tee. In den darauffolgenden zwölf Stunden dürfen sie dagegen ohne Beschränkungen schlemmen, bevor es wieder mit dem Fasten losgeht.
Fasten und Schlemmen im Wechsel
Populäre Ratgeber bewerben das Intervallfasten gerne als wirkungsvollen Gesundmacher. Auch einige wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass diese Diätform nicht nur beim Abnehmen hilft. Durch die Fastenphasen soll zudem der Stoffwechsel nachhaltig verändert und damit sogar Erkrankungen wie Diabetes und Krebs vorgebeugt werden können. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Studienlage noch zu rar ist, um die Vorteile sowie mögliche Langzeitrisiken des Intervallfastens wirklich abschätzen zu können.
Um mehr über die Effekte dieses Diättrends herauszufinden, haben Slaven Stekovic von der Universität Graz und seine Kollegen nun eine Studie mit 60 gesunden Erwachsenen durchgeführt. Eine Hälfte der Probanden wendete über einen Zeitraum von vier Wochen die Methode des alternierenden Fastens an, die andere Hälfte änderte zum Vergleich nichts an ihrem Ernährungsverhalten. Zusätzlich analysierten die Wissenschaftler Daten von 30 Personen, die sechs Monate nach dieser Methode gefastet hatten. Dabei ging es ihnen vor allem darum, potenzielle Langzeitrisiken des Intervallfastens aufzudecken.
Positive Effekte
Die Ergebnisse zeigten: “Die Interventionsgruppe kompensierte während der zwölfstündigen Essensphasen zwar einen Teil der beim Fasten verlorenen Kalorien, aber nicht alle”, berichtet Mitautor Harald Sourij. So reduzierten die fastenden Probanden ihre Kalorienzufuhr im Schnitt um rund 37 Prozent und verloren im Laufe der vierwöchigen Versuchszeit im Mittel 3,5 Kilogramm an Körpergewicht. Die Kontrollgruppe nahm im gleichen Zeitraum zwar auch leicht ab, allerdings nur knapp 200 Gramm. Weitere Untersuchungen offenbarten zudem: Durch die Fastendiät veränderten sich auch eine Reihe biologischer Werte, die im Zusammenhang mit Gesundheit und Langlebigkeit stehen.
Konkret sanken zum Beispiel bestimmte Entzündungswerte, der Cholesterinspiegel sowie die Konzentration des Schilddrüsenhormons Triiodthyronin. Niedrigere Werte dieses Botenstoffs wurden in früheren Studien mit einer längeren Lebensdauer assoziiert, wie die Forscher berichten. Auch das Bauchfett der fastenden Probanden nahm im Vergleich deutlich ab. Die Untersuchung der Studienteilnehmer, die über sechs Monate gefastet hatten, zeigte darüber hinaus: Zumindest in diesem Zeitraum hatte das alternierende Fasten offenbar keine erheblichen Nebenwirkungen verursacht. Nach Ansicht von Stekovic und seinen Kollegen ist damit klar, dass die Methode des alternierenden Fastens eine wirksame Methode zur Gewichtsreduktion ist und sogar als präventive Gesundheitsmaßnahme eingesetzt werden könnte.





