Amerikanische Wissenschaftler der Yale University in New Haven haben erstmals die Botenstoffe im menschlichen Schweiß identifiziert, die Moskitos anlocken und zum Stechen veranlassen: 4- und 2-Methylphenol. Die Mücken erkennen diese chemischen Substanzen bereits aus einer Entfernung von mehreren Hundert Metern. Den Forschern um den Molekularbiologen John Carlson gelang es außerdem, durch genetische Experimente die chemischen Rezeptoren zu bestimmen, mit denen Moskitos auf die Lockstoffe reagieren. Sie nannten sie AgOr1 und AgOr2. Nur weibliche Moskitos besitzen diese Rezeptoren, da bloß sie menschliches Blut saugen.
Carlson hofft mit seiner Entdeckung auf die Entwicklung neuer Mittel gegen Malaria. Denkbar seien dabei Repellentien, die die Lockstoffe im menschlichen Schweiß unterdrücken oder Insektenfallen, die mit den Substanzen als „Köder” ausgestattet werden. An Malaria, die durch die Stechmücke Anopheles übertragen wird, erkranken nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO jährlich mehr als 300 Millionen Menschen, etwa eine Million Menschen sterben daran. 90 Prozent der Toten stammen aus Afrika, es sind vor allem Kinder.
Hans Groth





