Seit 1850 hat sich die Erdoberfläche – genauer: die bodennahe Luft – weltweit um durchschnittlich 0,8 Grad Celsius erwärmt. Während die Fieberkurve der Erde vor 1970 noch deutlich auf und ab pendelte, zeigte der Trend seit 1970 bis zur Jahrtausendwende klar nach oben. Seither ist die Temperatur auf hohem Niveau. Zwar gehören seit 1998 alle Jahre zu den wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen, doch ein starker Anstieg ist ausgeblieben. Die Mehrheit der Klimaforscher geht davon aus, dass sich der Klimawandel nicht abschwächen wird und dass die Temperaturen weiter steigen werden. Doch warum diese Pause, obwohl weiterhin ungebremst CO2 in die Atmosphäre gelangt? Der neue Klimabericht nennt zur Erklärung drei mögliche Gründe:
· Kurzfristige interne Schwankungen des Klimasystems, zum Beispiel eine verstärkte Aufnahme von Wärmeenergie durch die Ozeane.
· Ein Minimum im Sonnenfleckenzyklus und eine damit einhergehende leicht verringerte Sonnenstrahlung.
· Einen deutlichen Kühleffekt durch Aerosole aus mehreren Vulkanausbrüchen der letzten Jahre.
Manche Wissenschaftler halten die Erwärmungspause auch bloß für einen scheinbaren Effekt. Denn im globalen Datensatz klafft in der Arktis eine Lücke, da es dort kaum Messstationen gibt. Weil sich die Arktis stärker erwärmt als der Rest der Welt, könnte die mittlere Temperatur seit 2000 global gestiegen sein, ohne dass die Messkurven das zeigen.





