Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • Einzelheftverkauf
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-392
E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Startseite/Erde & Umwelt/Artikel
Warum CO2-Emissionen die Stratosphäre abkühlen
Erde & Umwelt

Warum CO2-Emissionen die Stratosphäre abkühlen

Die irdische Stratosphäre, in dieser Aufnahme von der ISS aus als hellblaue Schicht zu erkennen, kühlt sich durch den Klimawandel paradoxerweise ab. Was steckt dahinter? · Foto: NASA

Es scheint paradox: Das Treibhausgas Kohlendioxid heizt die Erde auf – aber macht ihre obere Atmosphäre kälter. Warum das so ist und welcher Mechanismus hinter dieser Stratosphären-Abkühlung steckt, haben nun Physiker entschlüsselt. Demnach vergrößert sich durch steigende CO2-Konzentrationen der Wellenlängenbereich,…
Autor
Redaktion
13. Mai 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Wenn der CO2-Gehalt der Atmosphäre steigt, hat dies zwei auf den ersten Blick gegensätzliche Folgen: In der unteren, wetterbestimmenden Atmosphärenschicht, der Troposphäre, wird es wärmer. Das zusätzliche CO2 sorgt dafür, dass weniger langwellige Infrarotstrahlung von der Erdoberfläche in den Weltraum zurückgestrahlt wird, und verursacht so den Treibhauseffekt. In der darüberliegenden Stratosphäre ist es hingegen genau umgekehrt: Steigende CO2-Gehalte machen diese in rund 15 Kilometer Höhe beginnende Atmosphärenschicht kälter.

Das Stratosphären-Paradoxon

„Diese Abkühlung der Stratosphäre ist eines der am besten beobachtbaren Symptome der steigenden CO2-Werte und ein Fingerabdruck des globalen Klimawandels“, erklären Sean Cohen und seine Kollegen vom Lamont-Doherty Earth Observatory der Columbia University in New York. Schon in den 1960er-Jahren sagten japanische Klimaforscher diese auf den ersten Blick paradoxe Reaktion der Stratosphäre auf unsere Treibhausgas-Emissionen voraus.

Seither haben Satellitendaten und Modelle diesen Effekt eindeutig bestätigt. Sie zeigen unter anderem, dass die stratosphärischen CO-Konzentrationen und Temperaturen in einem festen Verhältnis zueinander stehen: Verdoppeln sich die CO2-Werte der Stratosphäre, kühlt sich ihr oberer Rand jeweils um weitere acht Grad ab. „Das hat bedeutende Folgen für die Energiebilanz der Erde“, so die Forscher. Denn die kältere Stratosphäre behindert die Wärmeabgabe der Erde an den Weltraum und heizt so den Treibhauseffekt weiter an.

Die spektrale „Goldilocks“-Zone ist entscheidend

Das Problem jedoch: Die bisherigen Theorien können diesen Effekt zwar qualitativ nachvollziehen und beschreiben. „Aber die Mechanismen, die das Ausmaß und die vertikale Verteilung dieser Stratosphären-Abkühlung bestimmen, waren bisher ungeklärt“, schreiben Cohen und sein Team. Das erschwerte es, die Wirkung des stratosphärischen CO2 auch quantitativ zu modellieren. Den Forschern ist es nun gelungen, diese Lücke zu schließen. Dafür analysierten sie genauer, wie die CO2-Moleküle unter verschiedenen Druckverhältnissen und Temperaturen mit Strahlung interagieren.

Es zeigte sich: Die CO2-Moleküle der Stratosphäre reagieren nicht auf alle Wellenlängen der Infrarotstrahlung gleich. Stattdessen gibt es eine spektrale Zone, in der sie Wärme besonders effizient in den Weltraum abstrahlen können. Nimmt nun das stratosphärische CO2 zu, verstärkt sich die Abstrahlung in dieser „Goldilocks“-Zone. Dies sorgt für eine besonders effiziente Abkühlung. “Auch die vertikale Struktur der Stratosphärenabkühlung wird primär dadurch bestimmt, wie sich die Goldilocks-Zone mit der CO2-Konzentration verändert“, erklären Cohen und sein Team.

Wichtige Bestätigung für die Klimaforschung

Die auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelten Gleichungen beschreiben erstmals quantitativ und im Detail, warum und wie zunehmende CO2-Emissionen die irdische Stratosphäre abkühlen. „Unsere Resultate legen nahe, dass die stratosphärische Abkühlung nicht durch eine erhöhte optische Dichte des Treibhausgases verursacht wird, sondern dass sie stattdessen auf das einzigartige spektroskopische Verhalten dieses Gases zurückgeht“, schreiben die Forscher. Das ermöglicht es nun auch, noch genauer zu ermitteln, welche Auswirkung diese Abkühlung wiederum auf den Klimawandel hat.

Wichtig sind die neuen Erkenntnisse aber noch aus einem anderen Grund: „Die Arbeit stärkt die Grundlagen der Klimawissenschaft, indem sie zeigt, dass unser Verständnis nicht nur empirisch oder numerisch ist, sondern auf physikalischen Grundprinzipien basiert“, erklärt der nicht an der Studie beteiligte Geophysiker Nadir Jeevanjee vom Geophysical Fluid Dynamics Laboratory der NOAA in Princeton. „Wenn einfache Gleichungen die Abkühlmuster reproduzieren können, belegt dies, dass hier physikalische Grundprinzipien am Werk sind – und nicht nur Eigenheiten komplexer Klimamodelle.“

Quelle: Sean Cohen et al. (Lamont-Doherty Earth Observatory, Columbia University, Palisades, New York), Nature Geoscience, 2026; doi: 10.1038/s41561-026-01965-8

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
Arktische Flussdeltas – unterschätzte Akteure im Kohlenstoffkreislauf
Erde & Umwelt

Arktische Flussdeltas – unterschätzte Akteure im Kohlenstoffkreislauf

15. Juni 2026

Arktische Flussdeltas speichern überproportional viel Kohlenstoff im Permafrost ihrer gefrorenen Böden – und sind daher unterschätzte…

Geschenk aus der Tiefsee: Neue Krebsfamilie entdeckt
Erde & Umwelt

Geschenk aus der Tiefsee: Neue Krebsfamilie entdeckt

12. Juni 2026

Die Lebenswelt der Tiefsee ist noch kaum erforscht. Jetzt haben Meeresbiologen im Nordatlantik eine bislang unbekannte Familie von…

Unterirdische Wurzelpilz-Netzwerke sind Billiarden Kilometer lang
Erde & Umwelt

Unterirdische Wurzelpilz-Netzwerke sind Billiarden Kilometer lang

12. Juni 2026

Verborgene Netzwerke: Die mit Pflanzenwurzeln verbundenen Mykorrhiza-Pilze bilden ein gigantisches, weltumspannendes Geflecht. Insgesamt…

Jahrhundert-Sturmfluten ereignen sich heute alle acht Jahre
Erde & Umwelt

Jahrhundert-Sturmfluten ereignen sich heute alle acht Jahre

12. Juni 2026

Extreme Sturmfluten ereignen sich heute zwölfmal häufiger als noch im Jahr 1900, wie neue Analysen zeigen. Demnach traten solche…

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite