Jedes zehnte Medikament weltweit ist gefälscht. Darauf haben britische Wissenschaftler um Paul Newton von der University of Oxford hingewiesen. In afrikanischen und asiatischen Ländern erreicht der Marktanteil gefälschter Präparate demnach sogar bis zu 30 Prozent. Betroffen sind besonders Mittel gegen Infektionskrankheiten.
Die Mediziner warnen vor schwerwiegenden Folgen für Millionen Patienten: Die Medikamente sind völlig nutzlos oder führen im schlimmsten Fall sogar zum Tod. Ein fiebersenkender und schmerzstillender Sirup, der mit Frostschutzmittel versetzt war, habe in Bangladesch, Indien und Nigeria den Tod Hunderter Kinder verursacht, berichten die Forscher. Von einem Großteil aller Malariamittel seien außerdem Fälschungen im Umlauf. Zudem würden oft Arzneien verkauft, die nur für Tiere zugelassen seien.
Auch in den reichen Ländern nimmt das Problem zu. Hier werden laut Newton besonders häufig Medikamente für chronisch Kranke und Sex-Präparate wie Viagra gefälscht.
Die Forscher setzen sich dafür ein, vor allem die Länder der Dritten Welt dabei zu unterstützen, die auf dem Markt angebotenen Medikamente besser zu kontrollieren. Und sie fordern, die Originale dort erheblich billiger zu verkaufen, um auf diese Weise den Fälschungen die Grundlage zu entziehen.





