Walisische Schulkinder haben ein besseres Gefühl für Zahlen als etwa englische oder deutsche. Im Walisischen lässt sich vom Zahlnamen die Wertigkeit leichter ersehen als bei den übrigen europäischen Sprachen, berichten Wissenschaftler der Universität Oxford auf der Konferenz der Britischen Psychologischen Gesellschaft. So heiße “zwanzig” im Walisischen übersetzt “zwei-zehn”.
Die Forscher untersuchten die mathematischen Fähigkeiten von Schülern an einer Grundschule in Südwales. Dabei zeigte sich, dass Walisisch sprachige Kinder schneller zweistellige Zahlen erfassen und die Werte vergleichen konnten als ihre Kollegen mit englischer Muttersprache.
Den Grund sehen die Forscher im sprachlichen Ausdruck von Zahlen, der im Walisischen anderen Regeln folgt als bei den übrigen europäischen Sprachen. Die Zahlen zehn, zwanzig oder zweiunddreißig heißen etwa “Deg”, “Dau Deg” und “Tri deg dau”. So reicht es im Walisischen, die Zahlen von eins bis zehn und die entsprechende Kombinationsregel zu kennen. Auch Japaner, Koreaner und Chinesen zählen ähnlich wie die Walisen.
Knut Zimmer





