Die beiden Voyager-Raumsonden sind Pioniere und Methusalems zugleich. Denn die beiden baugleichen Sonden sind schon seit fast 42 Jahren im Weltraum unterwegs und haben inzwischen einen Bereich des Alls erreicht, den noch nie zuvor ein menschengemachtes Objekt durchflogen hat. Im Sommer 2012 passierte Voyager 1 als erste die Heliopause, die Grenzregion, die die schützende Einflusssphäre des Sonnenwinds vom interstellaren Medium trennt. Dabei registrierten die Messinstrumente der Sonde schon fast zwei Jahre vorher ein Abflauen der Plasmaströme, nach der Passage durch die Heliopause jedoch traten mehrfach starke Turbulenzen im umgebenden Plasma auf – Hinweise auf intensive Interaktionen von Sonnenwind und interstellarem Medium. Zu diesem Zeitpunkt blieb aber unklar, ob dies repräsentativ für die Beschaffenheit der Heliopause und der gesamten Grenzregion ist.
Symmetrisch, aber nicht überall gleich
Jetzt liefern die Daten der Schwestersonde den Astrophysikern die lange ersehnten Vergleichsdaten. Denn Voyager 2 hat am 5. November 2018 ebenfalls die Heliopause passiert und dabei die Veränderungen von Magnetfeld, Plasmaströmen und kosmischer Strahlung aufgezeichnet. In gleich fünf Fachartikeln berichten die Forscher nun von den Ergebnissen dieser Messungen. Eines der wichtigsten Ergebnisse ist: Beide Sonden vollzogen den Übergang in den interstellaren Raum in ähnlicher Entfernung von der Sonne – Voyager 1 bei knapp 122 astronomischen Einheiten (AE), Voyager 2 bei 119 AE. “Das deutet darauf hin, dass die Heliosphäre symmetrisch ist, zumindest bezogen auf die beiden Übergangspunkte der Voyager-Sonden”, sagt Bill Kurth von der University of Iowa, der mit seinen Kollegen die Daten der Plasma-Messinstrumente ausgewertet hat. Die Forscher schließen daraus, dass die Front, an der Sonnenwind und der Strom des interstellaren Mediums kollidieren, annähernd kugelförmig sein muss.
Doch es gibt auch auffallende Unterschiede zwischen den Messergebnissen von Voyager 1 und 2, wie die Forscherteams berichten. So registrierte Voyager 2 keine anhaltende Flaute des Plasmastroms in den Monaten vor der Heliopausen-Passage und auch die Grenzregion selbst schien dünner und klarer abgegrenzt zu sein als bei der Schwestersonde. “Voyager 2 durchquerte die Heliopause innerhalb von nur einem halben Tag”, berichten Leonard Burlaga vom Goddard Space Flight Center der NASA und sein Team. Die starken Turbulenzen, die Voyager 1 noch Monate nach seiner Passage in das interstellare Medium festgestellt hatte, konnte die Sonde dabei nicht feststellen. “Demnach war die von Voyager 2 beobachtete Heliopause stabil und dünn, im Gegensatz zur instabilen und dickeren Heliopause, die Voyager 1 durchquerte”, so Burlaga.





