Wie kam es zu dem Erdfall im Frühjahr 2000 im Stadtgebiet von Stuttgart, Herr Professor Rogowski?
Das passierte spontan, ohne Vorankündigung. In etwa 30 bis 40 Meter Tiefe hatte sich in einem sehr langwierigen Prozess Gips gelöst. Ein großer Hohlraum war entstanden, der einbrach, als die Stabilität nicht mehr ausreichte.
Hatte es in dieser Gegend vorher schon Bodensenkungen gegeben?
Ja, die ganze weitere Umgebung des Einsturzes ist dafür bekannt. Manche Gebäude sind durch Senkungen des Erdreichs so stark beschädigt worden, dass sie abgerissen werden mussten.
Wie groß ist die Gefahr eines weiteren Erdfalls im Raum Stuttgart?
Grundsätzlich besteht sie. Aber man kann nicht vorhersagen, wann und wo etwas passiert. Und es muss nicht immer spektakulär ablaufen. Denkbar sind auch kleinere Einbrüche, und vielleicht kommt es nur zu lokalen Senkungen des Geländes.
Kann man neue Gebäude schützen?
Man wird zunächst das Areal durch Bohrungen erkunden. Stößt man dabei auf Hohlräume, kann man das Gebäude zum Beispiel auf Bohrpfähle stellen, die bis unter den Auslaugungsbereich führen. Oder man verfüllt die Hohlräume. Es gibt auch die Möglichkeit, die Gebäude so zu gestalten, dass wenigstens keine Einsturzgefahr besteht.
Ist das Milliardenprojekt „Stuttgart 21″, die Tieferlegung des Hauptbahnhofs, durch Erdfälle gefährdet?
Nein, die Gegend des Hauptbahnhofs hat einen anderen Untergrund.





