Wohl kaum ein Lebensraum in unseren Breiten ist derart magisch aufgeladen wie das Moor. Der Übergangszustand zwischen Wasser und Land, als den der Film das Moor charakterisiert, bietet der Fantasie unzählige Projektionsflächen. Mythen, Legenden, Aberglaube können sich dort ebenso austoben wie das echte Leben.
In diese Welt entführt der Film den Zuschauer mit grandiosen Bildern und überraschenden Perspektiven. Die Besetzung für das Schauspiel des Lebens rekrutiert das Werk naturgemäß aus Fauna und Flora. Wir beobachten unter anderem Braunbären, Birkhühner, Kreuzottern, Doppelschnepfen, Elche, Wölfe, Torfmoose, Rausch- und Moosbeeren, Zwergbirken, Kraniche, Zwergdommeln, Graureiher, Amphibien, Sumpfschrecken, Wasserrallen, Zwergmäuse.
Wesen einer anderen Welt
Dabei nutzen die Macher das ganze zeitgemäße Repertoire des Naturfilms vom Zeitraffer, der in wenigen Sekunden zeigt, wie einer Radnetzspinne ihre kunstvolle Insektenfalle spinnt, über die Superzeitlupe, die einen Wassertropfen in seinem Fall abbremst und so sein Auftreffen auf einer Wasserfläche zum ästhetischen Erlebnis erhebt, bis zu Makroaufnahmen, zum Beispiel von einem Falter, der von morgendlichen Tautropfen übersät ist und wie ein wandelndes Wesen einer anderen Welt wirkt.
Dabei gewinnt man Einblicke in Abläufe und Zusammenhänge, die man mit bloßem Auge niemals erkennen könnte. So zeigen Zeitrafferaufnahmen, wie sich die Äste abgestorbener Bäume im Tag-Nacht-Wechsel aufgrund sich ändernder Temperatur und Feuchtigkeit gespenstisch bewegen, wie ein Sonnentau ein Beutetier mit seinen Fangtentakeln einhüllt oder wie Pilze den Kothaufen eines Elchs überwuchern.
Der Film führt auch biologische Kuriositäten vor, wie das Federgeistchen, eine Motte, deren Raupe den Rundblättrigen Sonnentau verputzt – eine Pflanze, die eigentlich selbst Insekten vertilgt. Zwei kurze Abstecher unter Wasser geben außerdem Einblick in das Leben von Rädertierchen, Bärtierchen, Algen, Mücken- und Libellenlarven, Pantoffeltierchen und Karauschen.
Wichtige Helfer im Kampf gegen den Klimawandel
Bei aller Pracht, die sich vor dem Auge ausbreitet, fehlt aber nicht der Hinweis auf die Bedrohung des faszinierenden Lebensraums. Etwa 95 Prozent unserer heimischen Moore sind vernichtet, durch Torfabbau und vor allem Trockenlegung für die Landwirtschaft. Dabei wären sie wichtige Helfer im Kampf gegen den Klimawandel. Weltweit speichern die heute noch existierenden Moore jedes Jahr um die 200 Millionen Tonnen Kohlendioxid.




Zum Starttermin des Kinofilms verlost natur drei Mal zwei Kinokarten für “Magie der Moore”.