Grundsätzlich folgt es dabei einem chronologischen Aufbau: Nach einem einleitenden Kapitel über die Geographie und geologische Entstehung der Balearen werden die behandelten Epochen von der Kolonisierung seit etwa 2300 v. Chr. bis zur Eroberung durch das Römische Reich vorgestellt. Den zeitlichen Schwerpunkt legt der Autor auf die Talayotische Periode, die nach den zu dieser Zeit sehr häufig auftretenden Talayots, dickwandigen Türmen, benannt wurde und zwischen dem Ende der Bronzezeit und dem Beginn der Eisenzeit einzuordnen ist. Hier konnte sich eine von äußeren Einflüssen weitgehend unberührte eigene Inselkultur ausprägen.
In seinen Ausführungen holt der Autor weit aus: Er streift beispielsweise die Darwin’sche Evolutionstheorie und gibt auch einen Ausblick auf zeitgleich existierende Kulturen auf dem Festland, um die Situation auf den Inseln in den kulturellen Gesamtkontext einzuordnen. Dadurch eignet sich der Leser grundlegendes Wissen über die europäische Kupfer- und Bronzezeit an. Der Autor versteht es, die Lebenswelt der Inselbewohner zu dieser Zeit vor dem inneren Auge lebendig werden zu lassen. Auch Forschungskontroversen, beispielsweise über den Beginn der Kolonisierung der Insel und die Herkunft der Kolonisten, werden erwähnt. Die vorgestellten archäologischen Stätten werden in den Text eingegliedert und äußerst detailliert beschrieben. Eine Vielzahl an Abbildungen wie Grundrisse, Rekonstruktionszeichnungen und Fotos von Denkmälern, Artefakten und Landschaften bereichern die im Text vermittelten Informationen.
Etwas irreführend ist die Benennung als Reisebegleiter im Buchrückentext, da es sich nicht um einen Reiseführer handelt. Es werden auch bei weitem nicht alle Monumente genauer vorgestellt, der Autor zieht lediglich Beispiele heran. Die umfangreiche Literaturliste im Anhang ist jedoch leider nicht mit Anmerkungen im Text verknüpft. Insgesamt bietet das Buch einen soliden, gut bebilderten Überblick über die Vorgeschichte der Balearen.
Rezension: Debora Pape




