Beginnt man die Reise auf den Spuren der Römer im Norden, so kommt man sogleich an einen der Schlüsselpunkte der römischen Geschichte im deutschsprachigen Raum: Kalkriese, den Ort der Varusschlacht. In dem avantgardistischen Museumsbau sind die Hinterlassenschaften der Schlacht zu sehen, im Freigelände kann man deren Verlauf nachvollziehen (DAMALS 6-2002, www.kalkriese-varusschlacht.de).
Als Veteranensiedlung wurde die Colonia Ulpia Traiana, das heutige Xanten, um 100 n.Chr. gegründet (siehe Seite 22). Der Archäologische Park (www.archaeologischer-park-xanten.lvr.de) zeigt freigelegte Grundmauern, vor allem aber eindrückliche Rekonstruktionen. In Köln, der antiken Colonia Claudia Ara
Agrippinensium, gibt es den wichtigsten musealen Komplex zu der gesamten Epoche: das Römisch-Germanische Museum (www.museenkoeln.de/roemisch-germanisches-museum). Von März bis Juni zeigt das Museum die Sonderausstellung „Kölner Gold“ zu den schweren Goldmünzen des Gallischen Sonderreichs (3. Jahrhundert). Auch außerhalb des Museums lohnt es sich, in Köln auf römischen Spuren zu wandeln. Teile der Stadtmauer, Tore und Wachtürme haben sich erhalten.
Ein Legionslager – Castra Bonnensia – war die Keimzelle des heutigen Bonn. Funde und Modelle römischer Baudenkmäler zeigt das Rheinische Landesmuseum, das aber nach grundlegendem Umbau erst im Herbst 2003 wieder seine Pforten öffnen wird. Wer sich für Archäologie begeistert, kommt in Bonn dennoch auf seine Kosten: Vom 9. Mai bis zum 24. August ist in der Kunst- und Ausstellungshalle (www.kah-bonn.de) die Ausstellung „Archäologie in Deutschland“ zu sehen. Bonn ist die zweite Station nach dem Berliner Gropius-Bau (bis 31. März).
Das rheinland-pfälzische Bitburg (www.bitburg.de) ist heute vor allem durch sein Bier bekannt, hat aber auch eine reiche Geschichte. Kaiser Konstantin I. richtete dort um 330 ein Kastell ein, das von einer Mauer mit 13 Türmen umgeben war. Ein Rundweg erschließt die noch sichtbaren Reste. Fünf Kilometer nördlich von Bitburg lohnt die römische Villa von Fließem-Otrang mit ihren herrlichen Mosaikfußböden den Besuch.
In Trier (www.trier.de), dem römischen Augusta Treverorum, residierte Konstantin I., dessen Palastaula heute noch zu besichtigen ist – ein fast 70 Meter langer und 30 Meter hoher Saal. Das bekannteste römische Bauwerk Triers ist die Porta Nigra, das Nordtor der Römerstadt. Die gewaltigen Sandsteinblöcke sind nicht vermörtelt, sie werden einzig durch Eisenklammern zusammengehalten. Freigelegt wurden in Trier die Barbara- und die Kaiserthermen sowie das 20000 Besucher fassende Amphitheater. Römerzeitliche Fundstücke aus dem Moselgebiet gibt es im Rheinischen Landesmuseum zu sehen. Nur einen Katzensprung ist es von Trier über die Landesgrenze in das luxemburgische Echternach. Die dort freigelegte Villa mit ihren strahlend weißen Säulen gehört zu den größten der gesamten Region. Südlich von Trier, in Tawern, wurde 1986/87 ein römischer Tempelbezirk freigelegt und teilweise rekonstruiert (www.mash.de/tawern/tempel/tempelmain. htm). Verehrt wurde hier Merkur, der Gott des Handels und der Reisenden. Von Rheinland-Pfalz ins Saarland: Im Römermuseum von Homburg-Schwarzenacker (www.homburg.de) können die Besucher das Leben in einer römischen Etappenstadt mit ihren Gebäuden, Außenanlagen, Straßen und Kanälen sehr anschaulich nachvollziehen.




