Als die letzten deutschen Truppen aus den besetzten Ländern abzogen, begann die Abrechnung mit der Kollaboration. Spektakulärer Höhepunkt war sicher der Prozess gegen Philippe Pétain, den einstigen Marschall und Helden des Ersten Weltkrieges, der dann seit 1940 den Marionettenstaat von Vichy-Frankreich geleitet hatte. Zwar erging im August 1945 ein Todesurteil gegen ihn, er wurde jedoch zu lebenslanger Haft begnadigt. Den Weg zur Hinrichtung mussten viele andere führende Kollaborateure antreten, etwa Vidkun Quisling, der einstige Chef der norwegischen Faschisten, der 1942 zum Ministerpräsidenten eingesetzt worden war und als der sprichwörtliche Kollaborateur schlechthin galt.
Überall in Europa wurden nun Prozesse gegen die großen und kleinen Akteure der Besatzungszeit abgehalten. …
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