Die psychologisch-neurologische Besonderheit, die das ermöglicht, heißt „Synästhesie“, was so viel bedeutet wie „Empfindungsverschmelzung“. Einige Synästhetiker – aus medizinischer Sicht gelten sie als außergewöhnlich, jedoch keineswegs als krank – sehen Buchstaben bunt, und zwar in dem Sinn, dass zu jedem Zeichen eine bestimmte Farbe gehört. Das A etwa erscheint ihnen immer hellblau und das G gelb. Andere assoziieren mit einem Ton einen speziellen Geruch, wieder andere schmecken bestimmte Formen, und bei einer kleinen Gruppe treten sogar mehrere derartige Sinneskombinationen gleichzeitig auf. Zu etwa drei Viertel sind Frauen betroffen, und unter diesen sind merkwürdigerweise Linkshänderinnen deutlich in der Mehrheit. Erstaunlich ist, dass sich manche Synästhetiker ihrer außergewöhnlichen Begabung nicht bewusst sind. Auffällig ist zudem eine familiäre Häufung: Mehr als 40 Prozent der Betroffenen gaben in einer Studie an, unter den Verwandten ersten Grades gebe es mindestens noch einen weiteren Mehrfach-Empfinder.





