Astronomen des Keck-Observatoriums auf Hawaii haben entdeckt, dass in den Staubwolken des Orionnebels nicht nur neue Sterne entstehen, sondern auch Planeten. Das ist überraschend, da die intensive Ultraviolettstrahlung junger Sterne etablierten Theorien zufolge die Entstehung von Planeten im Keim ersticken sollte. Die Forscher präsentierten ihre Studie auf dem 207. Jahrestreffen der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft.
Die Astronomen um Marc Kassis benutzten ein Infrarotteleskop des Keck-Observatoriums auf Mauna Kea, um die Staubringe des Orionnebels im infraroten Bereich des Spektrums zu untersuchen. Der Studie nach enthalten diese nicht nur die auch in interstellaren Nebeln vorkommenden kleinen Silikatteilchen, sondern auch größere Körner ? Keime, aus denen sich im Laufe der Jahrmillionen Planeten entwickelt haben könnten.
Forscher hatten bisher angenommen, dass die intensive Ultraviolettstrahlung benachbarter junger Sternriesen ein Anwachsen von Staubkörnern auf die kritische Größe von Planetenkeimen unterdrückt. Die Strahlung heizt Staubringe benachbarter kleinerer Sterne nämlich auf so hohe Temperaturen auf, dass diese verdampfen.
Die Forscher glauben, dass unser Sonnensystem unter Umständen unter ähnlichen Bedingungen wie die des 1500 Lichtjahre entfernten Orionnebels entstanden seien könnte.
Stefan Maier





