Während im Duisburger Hafen die großen Containerschiffe liegen, finden sich historische Schiffe und Modelle in einem schmucken Jugendstil-Hallenbad. Das zwischen 1908 und 1910 entstandene Ruhrorter Bad wurde 1986 geschlossen. Nach umfangreichen Renovierungen, die jedoch die ursprüngliche Struktur bewahrten, hat hier seit 1998 die zuvor an verschiedenen Standorten gezeigte Sammlung zur Geschichte der Binnenschifffahrt ein neues Domizil gefunden. Betritt man zu Beginn des Rundgangs die große Schwimmhalle, so beeindruckt die „Goede Verwachting“ (Gute Hoffnung), ein 16 Meter langer friesischer Lastensegler (Tjalk) aus dem Jahr 1913, der mit gesetzten Segeln im ehemaligen Herrenschwimmbecken liegt. Er verweist zugleich auf die dominante Rolle der Niederländer im Binnenhandel entlang dem Rhein.
Die Sammlung beherbergt noch weitere Originalschiffe, so den 10 000 Jahre alten und mit etwa 15 Metern längsten Einbaum Deutschlands. Damals und noch bis ins 19. Jahrhundert waren die Flüsse die mit Abstand wichtigsten Transport- und Verkehrsadern, nicht etwa die Straßen.
Mit der Frühzeit der Binnenschifffahrt beginnt auch der Rundgang; es werden verschiedene Bootstypen und Schiffbautechniken vom Fellboot bis zum römischen Lastkahn, vom hochseetauglichen Wikingerschiff bis zum einheimischen Krefelder Kahn anhand von Modellen erläutert. …
Dr. Heike Talkenberger




