Die vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV), dem NABU und der Naturschutzjugend initiierte Vogelzählung findet schon seit mehreren Jahren regelmäßig statt. Ziel dieser bundesweit durchgeführten Citizen-Science-Aktion ist eine möglichst genaue Momentaufnahme der Vogelwelt im menschlichen Siedlungsraum – in Gärten und Parks, Städten und Dörfern. Dabei gibt die alljährlich im Januar stattfindende “Stunde der Wintervögel” Auskunft über den Bestand der bei uns überwinternden Vögel und Veränderungen im Zugverhalten. Die alljährlich im Mai stattfindende “Stunde der Gartenvögel” zeigt dagegen, wie viele und welche Vögel bei uns brüten.
Ab heute geht es wieder los
Beide Zählungen zusammen ermöglichen es, Trends für den Siedlungsraum abzulesen und wissenschaftlich auszuwerten. “Damit das so bleibt, rufen wir dazu auf, möglichst jedes Jahr teilzunehmen und immer am selben Ort zu zählen”, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. “Im vergangenen Jahr waren es 67.000 Menschen, die uns aus über 44.000 Gärten über 1,5 Millionen Vögel gemeldet haben.” Die Zählaktionen im Winter und Frühjahr sind zusammen die größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion Deutschlands. “Wer teilnimmt, profitiert auch ganz unmittelbar selbst, denn Studien haben gezeigt: Wer Vögel beobachtet, beeinflusst sein psychisches Wohlbefinden positiv und lebt gesünder”, erklärt Miller. “Und natürlich lernt man viel über Vögel und die Natur vor der eigenen Haustür.”
Ab heute ist es wieder soweit: Die “Stunde der Gartenvögel” beginnt. Noch bis einschließlich 14. Mai 2023 sind freiwillige Helfer dazu aufgerufen, eine Stunde lang Vögel zu beobachten und zu zählen.
Und so funktioniert die Vogelzählung: Von einem ruhigen Platz im Garten, Park, auf dem Balkon oder vom Zimmerfenster aus notiert man von jeder Vogelart die höchste Anzahl, die im Laufe dieser Stunde gleichzeitig beobachtet werden konnte. Die Liste der Meldungen kann dann online gemeldet werden, auf dieser Webseite finden sich auch Meldungslisten zum Ausdrucken und Steckbriefe der häufigsten Vogelarten. Melden kann man seine Ergebnisse aber auch per Post oder Telefon – kostenlose Rufnummer am 13. Mai von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157115. Meldeschluss ist der 22. Mai.
Wie wirkt sich die Klimakrise auf unsere Vögel aus?
Im besonderen Fokus steht in diesem Jahr der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Vögel: “Wir wollen diesmal auch auf Veränderungen in der Vogelwelt durch die Klimakrise schauen”, sagt Miller. Eine Gewinnerin des wärmeren Winterwetters könnte beispielsweise die Türkentaube sein. Bei ihr gibt es seit Jahren bei den Sichtungen eine leicht steigende Tendenz. “Eventuell erzeugt eine stärkere Bindung an Siedlungen und damit häufigere Zählung bisher noch die leicht positive Tendenz – trotz des allgemein eher rückläufigen Bestands. Es wird interessant sein zu sehen, ob dieser Trend bei der Stunde der Gartenvögel anhält”, so der NABU- Bundesgeschäftsführer.




