Gegen eine Missinterpretation ihrer Arbeiten durch den deutschen Arzt Matthias Rath haben sich die Aids-Forscher Wafaie Fawzi und David J. Hunter von der Harvard School of Public Health in Boston entschieden gewehrt. Der umstrittene Mediziner vertreibt Vitamin-Präparate, für die er in mehreren US-Zeitungen unter der Überschrift „Stop Aids genocide by the drug cartel” geworben hatte. Darin beruft sich Rath auf eine Studie von Fawzi und Hunter zur Verabreichung von Vitaminen an Aids-Kranke und erklärt, die gängige Behandlung von HIV-Infizierten mit Medikamenten gegen Retroviren untergrabe die Immunabwehr des Körpers. Aids sei allein durch Vitamine heilbar. Die Harvard-Wissenschaftler stellen aber klar, dass nach ihren Forschungen Vitaminpräparate den Behandlungszeitpunkt mit antiretroviralen Substanzen lediglich hinauszögern können. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO und die UNICEF verurteilten die Inserate scharf und bezeichneten sie als gefährlich und nutzlos. Es sei zu befürchten, dass Aids-Kranke wegen der Anzeigen auf eine unwirksame Medikation umstiegen.
Rath war in Deutschland in die Schlagzeilen geraten, als er behauptet hatte, den neunjährigen krebskranken Dominik mit Vitaminen geheilt zu haben. Tatsächlich starb der Junge aber im November vergangenen Jahres an seiner Krankheit.





