Ein für den Menschen harmloses Virus, AAV2, läßt sich gentechnisch so umrüsten, daß es gezielt nur noch in bestimmte Körperzellen eindringt. Bestückt mit therapeutischen Genen, könnte das “Adeno-assoziierte Virus Typ 2” bei einer Gen-Therapie den Patienten direkt injiziert werden. Das belegen Untersuchungen eines Forscherteams um Dr. Michael Hallek von der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
Das als “Gen-Fähre” ausgewählte Virus hat mehrere Vorteile: Es schadet dem Menschen nicht, verankert sein Erbgut in der infizierten Zelle und klinkt sich außerdem nur an einer bestimmten Stelle im Erbgut ein. Damit ist sichergestellt, daß es keine unvorhersehbaren Schäden verursacht. Das umgerüstete Virus verbessert die Chancen, Patienten mit schweren Erkrankungen wie Krebs, Aids oder Erbleiden heilende Gene effizient und sicher zu übertragen.
Nach Abschluß der Sicherheitsstudien in etwa zwei Jahren wollen die Forscher AAV2 mit einem spezifischen Schlüssel für Leukämie-Zellen ausrüsten. In die Blutbahn von Patienten injiziert, sollen die Viren in den bösartigen Zellen Gene deponieren, die diesen Blutkrebs bekämpfen.





