Viren kennt man seit etwa 100 Jahren, das heißt, in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts hat man bemerkt, dass Viren kein giftiger Schleim sind, wie es das ursprünglich lateinische Wort besagt, sondern vielmehr als Partikel in Bakterien und andere Zellen eindringen und sich in ihnen vermehren. Besonders gut erforscht wurden zunächst die Viren, die nur Bakterien befallen. Für sie hat sich als eigenständiger Name das Wort Bakteriophage oder kurz Phage durchgesetzt. Sie galten als raffiniert konstruierte, ansonsten aber schlichte Gebilde, die eigentlich tot sind und erst in den Zellen zu leben beginnen, in die sie eingedrungen sind. Bis den Biologen etwas auffiel: Wenn es einem Phagen gelungen ist, ein Bakterium zu besetzen, meldet es seinen Erfolg, um so die Aktivität seiner wartenden Kollegen zu koordinieren, die jetzt Mut bekommen, ihre Angriffe zu starten.





