Woran erinnern Sie sich besonders?
11 Die erste Mondlandung Mehr als eine halbe Milliarde Menschen sind am 20. Juli 1969 an den Fernsehbildschirmen live dabei, als der US-Amerikaner Neil Armstrong die Mondfähre „Eagle“ verlässt und als erster Mensch den Erdtrabanten betritt. Damit können die USA in dem seit den 1950er Jahren anhaltenden Wettlauf ins All einen entscheidenden Sieg erringen. Lange hatte die Sowjetunion die Maßstäbe gesetzt, 1957 mit „Sputnik“ den ersten Satelliten ins All geschickt und im selben Jahr mit der Hündin Laika das erste Lebewesen; und 1961 war Juri Gagarin als erster Mensch in den Weltraum geflogen.
12 Wahlrecht für Schweizer Frauen Demonstrationen, politische Eingaben, Unruhen und Protestaktionen bis hin zu Häuserbesetzungen begleiten den Kampf der Schweizer Frauen für das Wahlrecht. Am 7. Februar 1971 kommt es zur Abstimmung. 65,7 Prozent der – noch – allein stimmberechtigten männlichen Eidgenossen stimmen mit „Ja“. Damit sind bei den eidgenössischen Wahlen vom 31. Oktober 1971 erstmals auch Frauen wahlberechtigt und wählbar; elf Frauen werden in den Nationalrat gewählt. Weitere 20 Jahre allerdings dauert es, bis das Stimmrecht für Frauen auch im Kanton Appenzell Innerrhoden durchgesetzt wird, auf Anordnung der Bundesregierung und gegen den Willen der Mehrheit der männlichen Stimmberechtigten.
13 Fund aus der Vorzeit: der „Ötzi“ Um 3400 v. Chr., am Übergang von der Jungsteinzeit zur Kupferzeit, starb in einer Gletscherquerrinne in den Ötztaler Alpen, im Grenzgebiet zwischen Österreich und Italien, ein etwa 40-jähriger Mann. Etwa 5 300 Jahre später, am 19. September 1991, finden Wanderer seinen mumifizierten Leichnam. Der Fund ist eine Sensation: die einzige vollständig erhaltene, nahezu unversehrte und natürlich konservierte Leiche aus dieser Zeit in Mitteleuropa. Als Todesursache des offenbar gesunden Mannes werden zunächst innere Blutungen nach einer Verletzung durch einen Feuersteinpfeil an der linken Schulter vermutet. Neuere Theorien sprechen dagegen von einer tödlichen Schlagverletzung am Kopf. Die Spuren weisen in jedem Fall auf einen Kampf hin. Der Fund wird von den Medien schnell aufgegriffen, ein Journalist gibt der Mumie ihren Namen: „Ötzi“. Heute befindet sich der Gletschermann im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen.
14 Zwei deutsche Staaten werden UNO-Mitglieder Während die Bundesrepublik in der Hallstein-Doktrin den Anspruch vertritt, das gesamte deutsche Volk zu repräsentieren, beharrt die DDR auf ihrer völkerrechtlichen Anerkennung als Voraussetzung für Verträge zwischen Staaten des Warschauer Pakts und der Bundesrepublik. Damit blockieren die beiden deutschen Staaten gegenseitig ihre Aufnahme in die Vereinten Nationen. Erst durch die Unterzeichnung des Grundlagenvertrags im Dezember 1972, in der die beiden Staaten gutnachbarliche Beziehungen vereinbaren, wird diese Blockade aufgehoben. Der UNO-Beitritt am 18. September 1973 bedeutet für die DDR die völkerrechtliche Anerkennung und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen auch mit der westlichen Welt. Die Bundesrepublik erhält die Möglichkeit, auch mit jenen Staaten in Kontakt zu treten, zu denen sie aufgrund der Hallstein-Doktrin bis dahin keine diplomatischen Beziehungen hatte bzw. diese aufgrund der Anerkennung der DDR abgebrochen hat. Vor der UNO betont Außenminister Walter Scheel (unten mit seinem DDR-Kollegen Otto Winzer), dass die Mitgliedschaft der beiden deutschen Staaten in der Weltorganisation keine Anerkennung der Teilung Deutschlands bedeute.




