Was war wichtig? Woran erinnern Sie sich besonders? Diese Frage stellen wir Ihnen von heute an sechsmal. Bis zum 1. Mai 2009 können Sie uns zudem eigene Vorschläge einreichen, was auf die Liste gehört.
Nennen Sie uns aus der bis August vorgestellten Liste die drei Geschehnisse oder Errungenschaften, denen Sie persönlich besondere Bedeutung beimessen (Einsendeschluss ist der 10. August 2009).
An: Redaktion DAMALS, z. Hd. Frau Stefanie Ahmann,Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen oder: stefanie.ahmann@konradin.de Unter den Einsendern verlosen wir 100 Bücher.
1 Volljährig mit 18 1975 senkt die Bundesrepublik die Altersgrenze zur Volljährigkeit von 21 auf 18 Jahre (in der DDR ist dies bereits 1950 erfolgt). Schweizer erreichen seit 1996 die Mündigkeit statt mit 20 bereits mit 18 Jahren. In Österreich gilt diese Altersgrenze seit 2001 (1973 waren 19 Jahre festgesetzt worden).
2 Das Opernhaus von Sydney 67 Meter ragt sein außergewöhnliches Dach empor, das mit über einer Million glasierten weißen Keramikkacheln verkleidet ist. Die an die Segel eines Schiffes erinnernde Konstruktion des dänischen Architekten Jørn Utzon ist eines der markantesten Gebäude des 20. Jahrhunderts und gehört seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Während der langen Bauzeit sind immer neue architektonische Herausforderungen zu meistern. Kostenexplosion, Zeitverzögerung sowie massive Konflikte zwischen Bauherrn und Architekt (der 1966 aufgibt) sind die Folge. 1973 kann Königin Elisabeth II. die Oper eröffnen.
3 Willy Brandts „neue Ostpolitik“ Nach der Bundestagswahl 1969 bildet Willy Brandt eine Koalition mit der FDP und wird erster sozialdemokratischer Kanzler der Bundesrepublik. Neben dem innenpolitischen Motto „Mehr Demokratie wagen“ ist die Ostpolitik ein zentrales Anliegen des neuen Kanzlers (1971 erhält er dafür den Friedensnobelpreis). Für die angestrebte Entspannung im Europa des Kalten Krieges steht bis heute symbolisch Brandts Kniefall (im Jahr 1970) am Mahnmal des Warschauer Ghettoaufstands von 1943. Ebenfalls 1970 trifft sich Brandt zum ersten deutsch-deutschen Gipfeltreffen mit dem Vorsitzenden des Ministerrats der DDR Willi Stoph in Erfurt – und die Erfurter skandieren „Willy, Willy“.
4 Ehrung für Max Frisch Der Zürcher Max Frisch (1911–1991) gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Nachkriegszeit. Lange arbeitet er als weitgehend unpolitischer Journalist und Schriftsteller; parallel studiert er an der ETH Zürich Architektur und arbeitet seit 1940 als Architekt. Als Romancier gelingt ihm in den 50er Jahren der Durchbruch („Stiller“, „Homo faber“). Aufsehen erregen auch die Theaterstücke „Biedermann und die Brandstifter“ sowie „Andorra“, in denen es Frisch darum geht, die Selbstgewissheit des Zuschauers durch die Frage zu erschüttern, wie man selbst sich in Gefahrensituationen verhalten würde. 1976 erhält Frisch den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.




