Wie ein Kreisel dreht sich eine gewaltige Staubscheibe um ein supermassives Schwarzes Loch im Zentrum der elliptischen Galaxie NGC 7052. Diese Entdekkung machte Roeland P. van der Marel vom Space Telescope Science Institute in Baltimore und Frank C. van den Bosch von der University of Washington. Mit dem Hubble-Weltraumteleskop gelangen ihnen Aufnahmen von der 3700 Lichtjahre großen Scheibe, die noch 50 Lichtjahre kleine Details zeigen. Eine technische Meisterleistung, denn bislang gibt es nur wenige Fotos von solchen kosmischen Mahlströmen.
NGC 7052 ist 191 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Die Scheibe rotiert mit 155 Kilometern pro Sekunde in 186 Lichtjahren Abstand von dem Schwarzen Loch und wiegt so viel wie drei Millionen Sonnen. Die Masse des Schwarzen Lochs ist sogar hundertmal größer. Wahrscheinlich bildete sich die Scheibe aus den Trümmern einer Zwerggalaxie, die sich NGC 7052 einst einverleibt hat. Ein solcher galaktischer Kannibalismus ist keine Seltenheit (bild der wissenschaft 4/1998, “Der galaktische Crash”). Das Schwarze Loch wird die Staubscheibe in ferner Zukunft in sich einsaugen.
Rüdiger Vaas





