Östrogenähnliche Chemikalien aus Industrieabwässern können heranwachsende Karpfen-Männchen zu Weibchen machen. Das haben Wissenschaftler der niederländischen Forschungsorganisation TNO in Delft jetzt erstmals in Laborversuchen mit 4-tert.-Pentylphenol (TPP) nachgewiesen, das bei der Kunststoff-Produktion in Gewässer gelangt.
In den Versuchen setzten die Forscher sechs junge Karpfen-Männchen, deren Sexualorgane noch nicht entwickelt waren, 90 Tage lang unterschiedlichen TPP-Konzentrationen aus. Gewebeproben zeigten, daß nach 60 Tagen fast alle Männchen Eileiter entwickelt hatten. Dagegen blieben ihre männlichen Sexualorgane unterentwickelt, so daß sie keine Spermien produzieren konnten.
Die niederländische Studie beweist, daß Fische in der Entwicklungsphase ihrer Sexualorgane äußerst empfindlich auf Fremd-Östrogene reagieren (siehe auch: “Tiefschlag der Hormone”, Seite 60).





