Mehr als die Hälfte aller Endoskope, die für Untersuchungen des Magens (Gastroskopie) und des Dickdarms (Koloskopie) verwendet werden, sind trotz Desinfektion noch mit Bakterien verunreinigt. Das ergab eine Untersuchung im Raum München, berichtet die „Deutsche Medizinische Wochenschrift”. Die Endoskope stammten aus 30 zufällig ausgesuchten Praxen und 25 Krankenhäusern, die freiwillig ihre Hygienemaßnahmen kontrollieren ließen. Selbst nachdem die Einrichtungen auf die bestehenden Mängel hingewiesen und Verbesserungsvorschläge gemacht wurden, sank die Zahl der verkeimten Geräte nicht unter 40 Prozent, ergab eine weitere Kontrolle. Am besten schnitt noch die automatische Desinfektion ab, die vor allem in Kliniken eingesetzt wird. Dagegen waren von Hand gebürstete und in Desinfektionsmittel eingelegte Endoskope besonders oft bakteriell verunreinigt. Als Ursache gelten unter anderem alte Desinfektionslösungen oder zu kurze Einlegzeiten. Das Infektionsrisiko für die Patienten bei endoskopischen Untersuchungen ist schwer abzuschätzen. Nicht auszuschließen ist obendrein, dass die Endoskope auch mit Hepatitis-B- oder -C-Viren kontaminiert sind.
Thomas Wilke





