In den USA werden jedes Jahr bei rund 1500 Operationen chirurgische Instrumente „vergessen”. Das behaupten Forscher des Brigham Women’s Hospital und der Harvard School of Public Health in Boston. Die Wissenschaftler um Atul A. Gawande hatten in einer Studie Versicherungsakten von über 800000 Operationen zwischen 1985 und 2001 im US-Bundesstaat Massachusetts untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass 61 chirurgische Werkzeuge in 54 Patienten vergessen worden waren. Gawande meint: „Wenn man diese Zahlen unter Einbeziehung einer hohen Dunkelziffer auf ganz Amerika hochrechnet, kommt man auf 1500 Betroffene pro Jahr. Denn Krankenhäuser in den USA sind nicht verpflichtet, Behörden über Fehler bei Operationen zu unterrichten.” Die meisten Objekte, die in den Patienten zurückblieben, waren Tupfer – gefolgt von Metallklemmen und Elektroden. Dabei gingen die Instrumente oft in sehr dicken Menschen „verloren”, da diese laut Studie „mehr Platz” bieten. Die Vergesslichkeit der Chirurgen ist meist auf Stress bei Komplikationen und Notfällen zurückzuführen. Die Studie empfiehlt deshalb Röntgen-Checks nach solchen Eingriffen.
Hans Groth





