US-Forscher haben nachgewiesen, dass Viren sich in der menschlichen DNA fest einbauen können und sogar vererbbar sind. Caroline Breese Hall hatte mit ihrem Team an der University of Rochester die Haarwurzelzellen 254 Neugeborener und ihrer Eltern auf genetische Spuren des Humanen Herpes-Virus Nummer 6 (HHV-6) untersucht. Das Virus ist relativ harmlos und weit verbreitet. Bei 37 Babys fanden die Wissenschaftler in den Haarwurzelzellen Virus-DNA , die sich ins Erbgut des Zellkerns eingeklinkt hatte. Da stets zumindest ein Elternteil ebenfalls von HHV-6 befallen war, sehen die Forscher den eindeutigen Beweis dafür erbracht, dass die Viren vererbt worden sind. Bisher hatte man die Herpes-Virus-Infektion mancher Babys damit erklärt, dass sich die Ungeborenen im Mutterleib angesteckt hätten.
Offenbar infiziert HHV-6 den Vorläufer einer Ei- oder Samenzelle. Wenn diese Zellen es zur Befruchtung schaffen, entsteht ein Lebewesen mit einer Kopie des Virus in jedem Zellkern. Das ist auch die Erklärung dafür, warum sich der Erreger in den Haarwurzelzellen der Kinder fand, wo er normalerweise nicht vorkommt.





