In zahlreichen Orten wird des Dichters gedacht, in Lesungen, Theateraufführungen, Vorträgen, Tagungen, Stadtspaziergängen, „Schiller-Nächten“ und Wettbewerben, dazu in Fernseh- und Radiosendungen. Einen neuen Zugang könnten auch die vielen Ausstellungen bieten; einige werden hier vorgestellt.
Den Anfang macht die Ausstellung „Schiller in Stuttgart“, die noch bis zum 24. Juli im Württembergischen Landesmuseum Stuttgart zu sehen ist. Im Mittelpunkt steht Schillers Ausbildung an der von Herzog Carl Eugen gegründeten „Hohen Karlsschule“, unter der der Dichter so gelitten hat. Gezeigt werden Bilder und Dokumente zum Unterricht sowie zu den Lehrern und Mitschülern Schillers, etwa zum „Dichterclub“, dem Schiller zuerst die „Räuber“ vortrug. Die Schiller-Verehrung in Stuttgart ist ein weiteres Thema der Ausstellung.
Vom 23. April bis zum 9. Oktober wird in Marbach eine Schau mit dem schönen Titel „Götterpläne & Mäusegeschäfte“ präsentiert. Hier soll Leben und Werk des Dichters zwischen Idealismus und Pragmatismus thematisiert werden. Vor allem durch Objekte aus dem Nachlaß Schillers werden dessen häusliche Verhältnisse, Freundschaften, öffentliches Wirken und Reisen beleuchtet. Manuskripte, Widmungsexemplare und frühe Drucke dokumentieren das dichterische Werk. Die Ausstellung wird anschließend bis zum 2. Februar 2006 in Weimar zu sehen sein.
Eine weitere große Ausstellung kann man sich vom 9. Mai bis zum 10. Oktober in Weimar anschauen. Unter dem Titel „Die Wahrheit hält Gericht – Schillers Helden heute“ geht die Stiftung Weimarer Klassik der Rezeption der Schillerschen Helden in Literatur und Theater – zum Teil in bühnenartigen Inszenierungen – nach. Immer wieder dienten Schillers Protagonisten als Vorlage für künstlerische Reflexionen über sozialen Wandel und Neuorientierung, über die Situation des einzelnen im Kontext der Geschichte oder über die Spannung zwischen Macht und Selbstbehauptung. Die von der Ausstellung aufgegriffenen Inszenierungen stellten die Dramen Schillers konsequent in einen Gegenwartskontext, so daß die Texte zu „Zeitstücken“ wurden. Diese Ausstellung ist dann vom 12. November bis zum 5. Februar 2006 in Marbach zu sehen.
In Thüringen erwarten den Besucher noch weitere Ausstellungen zum Schiller-Gedenkjahr, unter anderem in Apolda, wo das Glockenmuseum vom 25. Mai bis zum 10. Juli unter dem Titel „Fest gemauert in der Erden“ Schillers „Lied von der Glocke“ in einer Schau aufgreift.
In Mannheim schließlich wird vom 18. September bis zum 29. Januar 2006 die „SchillerZeit in Mannheim“ Revue passieren. Die zwei Jahre, die der Dichter hier verbrachte, hatten entscheidende Bedeutung für seinen weiteren Lebensweg. Lebens- und Arbeitsumstände Schillers, seine Kontakte zu Freunden, Theaterkollegen und Verehrerinnen, zum Verlags- und Buchhandelswesen sowie die Verhältnisse am Theater sollen vorgestellt werden. Exponate aus der Mannheimer Antikensammlung und Kupferstiche, die Schiller nachweislich gesehen hat, sollen dessen Antike-Rezeption verdeutlichen. Außerdem kann in Mannheim das „Museum SchillerHaus“ besucht werden. Eingerichtet ist es in dem zu einem Gebäudekomplex aus dem 18. Jahrhundert gehörigen Gartenhaus, das in Anlage und Erscheinungsbild demjenigen entspricht, das Schiller einige Monate in unmittelbarer Nachbarschaft bewohnte.




