Solche Durchgänge sind wegen der Neigung der Bahnen von Erde und Venus so selten: Wegen ihres geringeren Abstands zur Sonne benötigt die Venus nur 225 Tage für einen Umlauf und überholt die Erde auf dieser Innenbahn alle 584 Tage. Dann zieht die Venus zwischen Erde und Sonne durch. Immer wäre dabei auch ein Transit zu beobachten, würden die Bahnen von Erde und Venus auf derselben Ebene liegen. Da diese Bahnen jedoch um rund drei Grad gegeneinander geneigt sind, zieht die Venus während dieser so genannten unteren Konjunktion meistens an der Sonne vorbei.
Beobachtet werden kann der Venustransit in Europa, Afrika und Asien, mit Ausnahme Westafrikas und des äußersten Ostens und Südostens Asiens. In Deutschland ist der Venustransit am 8. Juni von 7.20 Uhr an zu erleben, wenn der äußerste Rand der Venus die Sonnenscheibe berührt. Zwanzig Minuten später wird sich der Umriss des Planeten dann komplett in die Sonnenscheibe geschoben haben. Dieser wandert dann quer über die Sonne und verlässt diese erst gegen 13.23 Uhr wieder.
Astronomen warnen jedoch vor allen Versuchen, das Himmelsereignis mit bloßem Auge zu beobachten. Schwere Augenschäden bis hin zur Erblindung könnten die Folge sein. Nur mit einer Sonnenfinsternisbrille kann ein Blick in die Sonne gewagt werden. Astronomen rechnen damit, dass die ziehende Venus wahrscheinlich gerade noch ohne weitere Hilfsmittel als dunkler Punkt auf der Sonnenscheibe zu sehen sein wird. Die meisten öffentlichen Sternwarten bieten jedoch Sonderveranstaltungen an, in denen die Besucher mit speziell ausgerüsteten Teleskopen einen Blick auf den Planeten werfen können.




